Gegen Stigmatisierung

Adipositas ist eine Krankheit, keine Charakterfrage

Viele Menschen mit Adipositas erleben Abwertung: im Alltag, im Beruf, in den Medien und leider auch im Gesundheitswesen. Das Bild vom „selbst schuld“ hält sich hartnäckig, obwohl die Wissenschaft längst weiter ist. Adipositas ist eine chronische, komplexe Erkrankung. Genetik, Hormone, Stoffwechsel, psychische und soziale Faktoren, Medikamente und Lebensumstände wirken zusammen. Mit mangelnder Disziplin hat das nichts zu tun.

Was Stigmatisierung anrichtet

Stigmatisierung ist kein Randproblem. Sie hat konkrete Folgen:

  • Betroffene schämen sich und meiden Arztbesuche oder Vorsorge.
  • Beschwerden werden vorschnell auf das Gewicht zurückgeführt, andere Ursachen werden dadurch übersehen („Medical Gaslighting“).
  • Stress und Ausgrenzung können Gesundheit und Therapieerfolg zusätzlich belasten.
  • Betroffene trauen sich weniger, ihre Rechte einzufordern.

Was sich ändern muss

  • Eine respektvolle, sachliche Sprache in Medien, Politik und Praxis
  • Ernstgenommen zu werden, wenn man Beschwerden schildert
  • Diskriminierungsfreie Bilder und Berichterstattung
  • Eine Versorgung, die Adipositas als Erkrankung behandelt und nicht als persönliches Versagen

Das können Sie tun

Ob betroffen oder nicht: Hinterfragen Sie Vorurteile, achten Sie auf Ihre Wortwahl, und unterstützen Sie Menschen, die abgewertet werden. Wenn Sie selbst Diskriminierung erlebt haben, möchten wir davon hören. [Kontaktmöglichkeit / Meldeformular]

Würde ist keine Frage des Körpergewichts.